Dozenten-Konzert der Musikschule
Dozenten-Konzert der Musikschule

Dozenten-Konzert der Musikschule

Dozenten der Musikschule stellen sich „live in concert“ vor. Lesen Sie den Bericht aus der NGZ vom 5.Oktober 2018

Die Idee hatte Stefanie Sassenrath, Oboenlehrerin an der Musikschule der Stadt Neuss: „Warum stellen sich die Dozenten unserer Schule nicht einer breiten Öffentlichkeit im Konzert vor?“ Diese Idee fand im Kollegenkreis derart viel Anklang, dass nach der Premiere im März nun ein zweites Programm unter dem Motto „Das konzertierende Kollegium“ stattfand, in dem weitere Lehrkräfte live in concert mitwirkten.

Und die breite Öffentlichkeit? Über eine „volle Hütte“ freute sich Musikschulleiter Holger Müller angesichts eines lückenlos gefüllten Pauline-Sels-Saals im Neusser Romaneum. Die Ideengeberin stellte sich selbst vor mit einem „Hirtenlied“ von Julius Röntgen und zwei Stücken aus Claude Debussys „Album of five pieces“ für Oboe und Harfe (oder Klavier). Am Flügel wurde Stefanie Sassenrath zuverlässig von Monika Pennig begleitet.

Begonnen aber hatte das hochkarätige Konzert mit einem Duett für Altblockflöte und Violoncello des italienischen Barockkomponisten Carlo Domenichini. Er lässt das Violoncello (Burkhard Zeller) über große Teile transparent und gleichberechtigt neben der Blockflöte (Iris Riedesel) spielen. Allerdings darf es beim Rondothema nur gezupft werden, was aber auch für Abwechslung sorgte. Burkhard Zeller, der auch das Musikschulorchester „Sinfonia“ leitet, war ebenfalls Partner beim einzigen zeitgenössischen Werk. Sidney Corbett, 1960 in Chicago geboren, hat 2003 „Panim el panim“ für Sopran und Violoncello geschrieben. Bei dem Professor für Neue Musik an der Hochschule für Musik in Mannheim sind in seinen Kompositionen seine christlich-jüdischen Wurzeln sowie der Gesang wichtige Impulse. Carolina Rüegg (Sopran) sang die vornehmlich stark melodisch geprägten hebräischen Texte aus dem Alten Testament mit klarem lyrischen Sopran und hielt ungemein sicher gegen das selten korrespondierende Violoncello die Intonation sauber. Astor Piazolla mutet bei seinem „Le Grand Tango“ für Violoncello (Joana Rini Kröger) und Klavier (Markus Dominici) in Einleitung und Finale den Instrumentalisten virtuose Schwerstarbeit zu. Er hat seinen Tango mit Elementen der Neuen Musik und des Jazz erweitert. Beide Solisten leisteten Großartiges. Jazzig wurde es zum Schluss, als Gesangsdozentin Eva Küppers mit ihrer „Vogical“-Partnerin Beate Thiele-Hecker (E-Gitarre) unter anderem „Throw it away“ von Abbey Lincoln mit ihrem umfangreichen Alt interpretierte. Viel Beifall gab es von den Zuhörern, unter ihnen auffallend viele junge Besucher. Das waren natürlich zumeist Schüler wie Viet (16) und Phuc (16), die ihren Lehrern mal auf die Finger sehen wollten.

(Nima)