Erfolgsbilanz der bereits vorhandenen Strukturen in Neuss

In der Stadt Neuss besteht seit vielen Jahren ein sehr dichtes Netzwerk der Akteure in der Integrationsarbeit. Gerade in diesem Bereich ist es wichtig, die verschiedenen Maßnahmen zwischen Politik, Verwaltung, Zuwanderergruppen und freien Trägern der Wohlfahrtspflege abzustimmen und zu koordinieren.

  • Integrationsrat / Sozialausschuss
  • Migrationserstberatungsbüro im Rathaus
  • Migrationshandbuch
  • Arbeitskreis „Integration der Migranten in der Stadt Neuss“
  • Beratungszentrum für Flüchtlinge und Spätaussiedler (Bergheimer Str. 250)
  • SKM / Konzeption Bürgerhaus Erfttal (u. a. türkische und russische Jugendliche)
  • „Runder Tisch Sprache“ (städtische Fachämter und VHS)
  • Projektgruppe „Sprache und soziale Integration“
  • „Runder Tisch Berufliche Integration“
  • Präventiver Rat

Integrationsrat

Logos: Integrationsrat

Nach der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen muss jede Gemeinde bzw. Stadt, in der mehr als 5.000 ausländische Bürgerinnen und Bürger wohnen, einen Ausländerbeirat bilden. Der Ausländerbeirat ist das politische Gremium in einer Stadt, welches die Interessen von Migrantinnen und Migranten in der Gemeinde vertritt.

Auch in der Stadt Neuss war die Zusammenarbeit zwischen Ausländerbeirat und den politischen Gremien bzw. der Verwaltung in der Vergangenheit nicht zufriedenstellend.

Deshalb haben Ausländerbeirat und Rat der Stadt Neuss im Jahr 2004 für die laufende Wahlperiode die Umwandlung des bisherigen Ausländerbeirates in einen Integrationsrat beschlossen. Der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen hat die erforderliche Genehmigung erteilt, so dass bei den Wahlen zu den kommunalen Migrantenvertretungen am 21. November 2004 an die Stelle des Ausländerbeirates nach § 27 Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen (GO) ein Integrationsrat gemäß der Experimentierklausel des § 126 GO gewählt werden konnte.

Die kommunale Migrantenvertretung erfährt dadurch auch in der Stadt Neuss mehr Akzeptanz und die Integration der ausländischen Mitbürger/Innen wird verbessert.

Der Name ist Programm: Die Bezeichnung „Integrationsrat“ definiert Ziele und Aufgaben des Gremiums. Auch fühlen sich Aussiedler/Innen durch den Integrationsrat angesprochen. Der alte Ausländerbeirat schreckte sie eher ab.

Die neue Zusammensetzung ermöglicht eine bessere Integrationspolitik:

  • Der Integrationsrat ist enger an die Politik des Stadtrates und seiner Ausschüsse angebunden. Er besteht aus nunmehr 17 Mitgliedern, elf direkt gewählte Migrantenvertreter/Innen und sechs Stadtverordnete gehören ihm an.
  • Alle Mitglieder des Integrationsrates haben persönliche Vertreter/Innen. Damit soll eine effektivere Arbeit gewährleistet werden.
  • Zusätzlich nehmen Delegierte der in der Migrationsarbeit tätigen Wohlfahrtsverbände mit beratender Stimme an den Sitzungen teil.

Der Integrationsrat kann sich mit allen Angelegenheiten der Gemeinde befassen und ist in die reguläre Beratungsfolge des Rates und seiner Ausschüsse eingebunden.

Bei Anträgen, die in andere Ausschüsse weitergeleitet werden, hat der Vorsitzende oder der/die Antragsteller/In dort Rederecht. Der Integrationsrat entsendet ein beratendes Mitglied in das Komitee für Partnerschaften und Internationale Beziehungen.

Beratende Mitglieder in den Integrationsrat entsenden:

Logos der Mitglieder

Migrationserstberatungsbüro

Auf Initiative der Neusser Stadtverwaltung und verschiedener Wohlfahrtsverbände wurde am 16. Oktober 2006 im Rathaus Neuss, der 153.000-Einwohner-Stadt, ein Erstberatungsbüro für Migrantinnen und Migranten eröffnet. „Neuss ist damit…“, so der Erste Beigeordnete und Sozialdezernent Peter Söhngen, „…eine der ersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen, die eine solche Anlaufstelle in unmittelbarer Nähe zum Ausländeramt eingerichtet haben. …“

Besonders Neuzuwanderinnen und Neuzuwanderer sollen in dem Büro zukünftig eine Erstberatung erhalten. Dabei wollen die Sozialarbeiter/Innen der Verbände die Migrantinnen und Migranten über das umfangreiche Angebot der freien Träger unterrichten, ihnen Hilfen und Informationen anbieten und gegebenenfalls Integrations- bzw. Sprachkurse vermitteln.

Das Migrationserstberatungsbüro (MEB) wird mit Unterstützung von Mitarbeiter/Innen der städtischen Ausländer- und Sozialbehörde wechselweise vom Jugendmigrationdienst, dem Caritasverband, dem Diakonischen Werk und dem Deutschen Roten Kreuz und der Stadt Neuss besetzt.

Durch die räumliche Einrichtung direkt im Rathaus soll die Vernetzung zwischen den beratenden Wohlfahrtsverbänden und der Verwaltung noch weiter verbessert werden.

Der Erstkontakt bei der Ausländerbehörde/dem Bürgeramt wird unmittelbar zur Weiterleitung an das Beratungsbüro genutzt.

Ergänzend zu den Neubürgertaschen des Bürgeramtes wird den ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern im sogenannten „MEB“-Büro ein Begrüßungspaket mit migrationsspezifischen Broschüren der Verbände und dem Migrationshandbuch der Stadt Neuss überreicht. So soll sichergestellt werden, dass alle Neuzuwanderer mit der Migrationsberatung in Kontakt kommen.

Das Büro (Zi. E.258) ist montags – freitags von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr geöffnet.

Migrationshandbuch

Key Visual des Migrationshandbuchs

Das Sozialamt der Stadt Neuss hat, unterstützt durch Beschlüsse des Stadtrates, des Sozialausschusses und des Integrationsrates eine Informationsbroschüre für Neuzuwanderer/Innen und Migranten/Innen erstellt. Unter dem Titel „Willkommen in Neuss“ hat die Sozialverwaltung 2006 ein Migrationshandbuch für Neuzuwanderer/Innen und bereits länger in Neuss lebende Migrantinnen und Migranten herausgegeben.

Dieses umfangreiche Neusser Migrationshandbuch soll hinsichtlich migrantenspezifischer Fragen und Probleme als Leitfaden und Lotse dienen, wohin sich die Migrantinnen und Migranten mit Fragen und Problemen wenden können.

Das Inhaltsverzeichnis, sowie die Hinweise zum Gebrauch der Broschüre, wurden in die englische, französische, türkische, russische, arabische und tamilische Sprache übersetzt, um insbesondere Neuzuwanderern/Innen den Umgang mit dem „Migrationshandbuch“ zu erleichtern.

Die Angebote zur Sprachförderung wurden gezielt in den vorderen Bereich des Handbuches gesetzt, da eine Integration in die deutsche Gesellschaft ohne das Beherrschen der deutschen Sprache nicht möglich ist.

Von der Sozialverwaltung wurde diese Broschüre zusätzlich auf der Internetseite der Stadt Neuss unter www.neuss.de/soziales/integrationsportal veröffentlicht. Dort wird der Inhalt des Handbuchs ständig aktualisiert. Ein entsprechender Verweis auf die Internetseite der Stadt Neuss ist Bestandteil der einleitenden Hinweise im Handbuch.

Arbeitskreis „Integration der Migranten in der Stadt Neuss“

Spätaussiedler/Innen, die seit den achtziger Jahren verstärkt zu uns gekommen sind, durchlaufen ähnliche Integrationsprozesse wie andere Migrantengruppen. Als Deutschstämmige in der weitgehend unbekannten, fremden Heimat stehen sie jedoch vor zusätzlichen Problemen, die zumeist die Frage nach neuer und alter Identität berühren.

Auch die Stadt Neuss konnte in den vergangenen Jahren zahlreiche Spätaussiedler/Innen in den Übergangswohnheimen begrüßen. Um eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung und fortlaufende Anpassung der Hilfe sicherzustellen, gleichzeitig aber neue Herangehensweisen und innovative Projekte zu fördern und auf den Weg zu bringen, wurde der Arbeitskreis „Spätaussiedlerintegration in der Stadt Neuss“ gegründet.

Begegnungszentrum für Spätaussiedler/Innen und ausländische Flüchtlinge Bergheimer Str. 250

Die im Arbeitskreis mitwirkenden Verbände haben früh die Notwendigkeit gezielter Hilfen für die Gruppe der Spätaussiedler/Innen in Neuss erkannt und mit unterschiedlicher Schwerpunktbildung Hilfsangebote entwickelt und zur Verfügung gestellt.

Logos des Begegnungszentrums

Ehrenamtliche Gruppierungen, wie der Freundeskreis der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion, die Landsmannschaft der Russlanddeutschen und die Vinzenzkonferenz der Pfarrgemeinde „Heilige Drei Könige“ sowie ehrenamtlich tätige Mitbürger unterstützen diese Arbeit maßgeblich.

Dank der fruchtbaren Zusammenarbeit und Vernetzung konnte im Jahre 2000 das Begegnungszentrum eröffnet werden. Spätaussiedler/innen haben hier die Möglichkeit der Begegnung und des Austausches. Ebenso steht ihnen hier die Beratungs- und Anlaufstelle bei zu bewältigenden Problemen in der neuen Heimat offen.

Die Verbände und ehrenamtlichen Helfer/Innen bieten in Kooperation ein breitgefächertes Angebot an, welches die Kultur und die Tradition dieser Migrantengruppe berücksichtigt. Der Fokus wird dabei auch auf das Leben in Deutschland gerichtet und neue Impulse für einen gelingenden Integrationsprozess werden berücksichtigt.

Da die Kooperationspartner das Ziel verfolgen, nationalitätenübergreifend zu arbeiten, wurde die Angebotspalette im Begegnungszentrum unter Berücksichtigung aller Migrationsaspekte auch auf ausländische Flüchtlinge erweitert. Der Arbeitskreis trägt derzeit – entsprechend seines ganzheitlichen Ansatzes – den Namen „Integration der Migranten in der Stadt Neuss“.

Aktuelle Mitglieder des Arbeitskreises „Integration der Migranten in der Stadt Neuss“:

  • Diakonisches Werk der ev. Kirchengemeinden in Neuss e.V.
  • CaritasSozialdienste Rhein-Kreis Neuss GmbH
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Sozialverwaltung der Stadt Neuss
  • Landsmannschaft der Russlanddeutschen
  • Vinzenzkonferenz
  • Freundeskreis der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion
  • Jugendmigrationsdienst für den Rhein-Kreis Neuss
  • Integrationsrat der Stadt Neuss

Bürgerhaus Erfttal

Die Notwendigkeit, den Dialog zwischen den Bewohnern im Stadtteil zu fördern und die Menschen ausländischer Herkunft sowie Spätaussiedler/Innen in das Gemeinwesen zu integrieren, zeichnete sich schon 2001 während der Zukunftswerkstatt, als deutlicher Wille in der Bewohnerschaft ab.

Logos: Bürgerhaus Erfttal

Der Ausländeranteil in Erfttal beträgt ca. 30%. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen, insbesondere zwischen russlanddeutschen und türkischen Jugendlichen. Das Handlungsfeld „Integration“ sollte mit hoher Dringlichkeit bearbeitet werden, da die bis dahin angebotenen und durchgeführten Maßnahmen nicht ausreichend waren.

Im Dezember 2005 wurde in Erfttal das neue Bürgerhaus eröffnet. Träger der Einrichtung ist der „Sozialdienst der Katholischen Männer e.V.“ (SKM e.V.).

Nunmehr kann Erfttal auf eine breite Palette unterschiedlichster Angebote blicken.

Zusätzlich zu den zahlreichen Aktivitäten Erfttaler Vereine und Kirchengemeinden sind im Bürgerhaus Erfttal folgende Angebote vorhanden:

  • Maßnahmen zur Integration durch Sprachförderung
  • Freizeitangebote der Gemeinwesenarbeit im Bürgerhaus
  • Maßnahmen zur Integration durch Beschäftigung und Qualifizierung
  • Vermittlung von Arbeitsgelegenheiten im Bürgerzentrum
  • Projekt „für aktiv“, Kooperation: Gemeinwesenarbeit, Freundeskreis der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion und Deutsches Rotes Kreuz (DRK)

Die Gemeinwesenkonzeption wurde 2005 unter dem Projekttitel „Wohnumfeldbezogene Integration durch interkulturelle Kompetenz“ seitens der Bundesregierung ausgezeichnet und bezuschusst.

Besonders hervorzuheben sind die Aktivitäten des Freundeskreises der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion sowie der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland.

Gerade mit der Unterstützung dieser beiden Vereine gelang es dem SKM e. V. die jugendlichen Russlanddeutschen und Türken in die Planungen und handwerklichen Umbauarbeiten im neuen Bürgerhaus einzubeziehen. Die Spannungen zwischen beiden Gruppen wurden dadurch entscheidend reduziert.

Ebenfalls erfolgreich war und ist der vom Vorsitzenden des Freundeskreises der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion durchgeführte Malkurs für Kinder im Bürgerhaus. Kinder aus 55 Nationen malten gemeinsam ihre Heimatstadt. Auch auf diesem Weg konnte eine deutliche Verbesserung des Miteinanders der unterschiedlichen Kulturen erreicht werden.

Die schönsten Bilder wurden 2006 und auch im Jahr 2007 im Rathaus ausgestellt. Im Jahr 2007 wurden davon sogar einige Bilder vom Integrationsbeauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen, Herrn Thomas Kufen, persönlich ausgezeichnet.

„Runder Tisch Integration durch Sprache“

Schaubild: Runder Tisch „Integration durch Sprache“

Der Runde Tisch tagt in der Regel zweimal jährlich. Er dient der Zusammenführung und dem Austausch von Informationen der einzelnen Fachthemen und dem Querschnittsthema der Integration, sodass ein Gesamtbild entsteht und integrierte Handlungskonzepte entwickelt und abgestimmt werden können.

Schwerpunktmäßig werden hier alle Fragen und Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Thema Sprache im Kontakt der Migranten mit der Verwaltung behandelt. Außerdem wird durch den Austausch die interkulturelle Kompetenz, d. h. die Sensibilität und das Verständnis der Mitarbeiter/Innen innerhalb der Verwaltung verbessert.

Der „Runde Tisch Integration durch Sprache“ wird derzeit von der Sozialverwaltung koordiniert. Das zukünftige Integrationsbüro nimmt am „Runden Tisch Sprache“ teil.

Projektgruppe „Sprachförderung und Soziale Integration“

Schaubild: Projektgruppe „Sprachförderung und Soziale Integration“

2001 wurde diese Projektgruppe auf Initiative der Sozialverwaltung gegründet. Damals ging es ursprünglich um Sprachprobleme der jugendlichen Spätaussiedler und Spätaussiedlerinnen. Nachfolgend wurde jedoch im Rahmen der Integrationsoffensive der Sozialverwaltung der Stadt Neuss ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des Gremiums die Eröffnung des Migrationserstberatungsbüros und die Erstellung eines Migrationshandbuches.

Aktuell ermittelt das Gremium die Bedarfe und entwickelt entsprechende Maßnahmen im Rahmen der Sprachförderung. Die Projektarbeit wird von den teilnehmenden Verbänden durchweg positiv gesehen und gewinnt in Anbetracht der zunehmenden Integrationsprobleme immer mehr an Bedeutung.

Das inhaltlich sehr breite Kursangebot wird von den Migranten/Innen sehr gut angenommen. Die Kursergebnisse werden von der Projektgruppe als sehr erfolgreich beurteilt.

Hier handelt es sich ausschließlich um spezifische, bedarfs- und problemlösungsorientierte Maßnahmen für Migranten/Innen. Dies sind zum Beispiel Maßnahmen zum Ausgleich von Sprachdefiziten im Rahmen einer erfolgenden Ausbildung oder ergänzender Sprachunterricht im Rahmen von Bewerbungstrainings.

Der sozial-integrative Charakter dieser „Nischenkurse“ entspricht nicht den Förderprofilen des neuen Zuwanderungsgesetzes. Aufgrund der primären Ausrichtung der IntegrationsIntegrationskonzept 28 der Stadt Neuss kurse auf Neuzuwanderer/Innen ist ein ergänzendes Sprachangebot der Stadt Neuss zwingend erforderlich.

Am Rande werden derzeit auch einzelne kleinere Integrationsmaßnahmen außerhalb der reinen Sprachförderung beraten. Aufgrund der zunehmenden Integrationsproblematik wurde die Projektgruppe 2005 nochmals erweitert.

Die Projektgruppe hat seit Oktober 2005 den Stand der fachlichen Vernetzung nochmals optimiert. Vertreter des Schulverwaltungsamtes, des Jugendamtes, der Ausländerbehörde und der ARGE Rhein-Kreis Neuss unterstützen die Projektgruppe bei Bedarf.

Ergänzend nehmen inzwischen auch Vertreter der Russlanddeutschen und des Integrationsrates der Stadt Neuss an den Sitzungen als ständige Mitglieder teil.

Erfolgsbilanz

Seit Gründung der Projektgruppe im Jahr 2001 wurden bis Ende 2007 insgesamt 560.000,– € von der Stadt Neuss für Fördermaßnahmen der Projektgruppe zur Verfügung gestellt.

In diesem Zeitraum haben ca. 3.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Migrationshintergrund / Zuwanderungsgeschichte das Kursangebot der Stadt Neuss in Anspruch genommen.

Erfolgsbilanz

Herausragende Projekte: Bausteinmodelle in Norf-Derikum und Weckhoven

Norf-Derikum

Plüschpuppen

Ausländische Kinder, die in den Kindergarten kommen, haben oft keine Deutschkenntnisse.

Die Anfangszeit im Kindergarten ist für viele daher schwierig, wenn nicht sogar traumatisch, da sie ihre Bedürfnisse nicht äußern und sie weder die anderen Kinder noch die Kindergärtnerin verstehen können.

Die notwendige Unterstützung der Kinder durch die Mutter gestaltet sich ebenso schwierig, weil Deutschkenntnisse oft auch hier fehlen.

Das gemeinsame Projekt der Volkshochschule Neuss, der Projektgruppe, der Geschwister-Scholl Grundschule und der Kindergärten schafft hier Abhilfe durch ein sogenanntes „Bausteinmodell“:

Plüschpuppen eine Lern- und Spielgruppe für die Kleinen und
Deutschunterricht parallel dazu Deutschunterricht für die Mütter

Durch das Erlernen der deutschen Sprache wird der Kindergarten zu einem positiven und erfolgreichen Erlebnis für die Kinder.

Die gewonnenen Deutschkenntnisse der ausländischen Mütter sollen den Weg durch die Schule aber auch durch das Leben in Deutschland ebnen.

Weckhoven

Im Stadtteil Weckhoven begann im September 2005 ebenfalls ein Bausteinmodell:

Schulranzen

In Kooperation mit der Volkshochschule Neuss wurde seitens:

  • der Alfred-Delp-Grundschule,
  • der Anne-Frank-Grundschule,
  • dem SkF Weckhoven
  • und den Kindergärten

ein Angebot speziell für den Bedarf in Weckhoven erarbeitet, das in der Grundkonzeption dem Derikumer Modell entspricht.

Ergänzend konnte die Sprachprojektgruppe für ausländische Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Grundschulklassen eine Sprachförderung anbieten. In enger inhaltlicher Abstimmung mit den Grundschulen erhielten die Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache der 3./4. Klassen wöchentlich 2 x 2 Unterrichtsstunden zusätzliche Sprachförderung.

Schultafel

„Runder Tisch Nordstadt“:

Ergänzende Sprachförderung für Migrantenkinder vor der Einschulung

Innerhalb des „Runden Tisches Nordstadt“ wurde von den Leiterinnen und Leitern der Grundschulen deutlich gemacht, dass vom Grundsatz die Sprachförderung durch das Land NW ein guter Ansatz sei, jedoch die Kursdauer jeweils von Februar bis zur Einschulung nicht ausreicht.

Die Sprachprojektgruppe hat dieses Problem aufgefangen und von 2005 bis zur Neustrukturierung der vorschulischen Sprachförderung in 2007 durch das Land NW an insgesamt 5 Grundschulen der Nordstadt eine ergänzende Sprachförderung installiert.

Für die Sprachprojektgruppe koordinierte der Migrationsdienst des Caritasverbandes diese Maßnahmen. Insgesamt wurden 10 Fördergruppen an diesen Grundschulen eingerichtet:

  • Burgunderschule
  • Gebr. Grimm Schule
  • Grundschule „Die Brücke“
  • Karl Kreiner Schule
  • Barbaraschule

Runder Tisch Nordstadt

Vorschulische Förderung von Kindern nichtdeutscher Erstsprache

Bastelmaterial

erfolgte in den Neusser Kindertageseinrichtungen durch eine anteilige Finanzierung

  • von Materialkosten
  • der Fortbildung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft.

Mit Beschluss vom 21. November 2006 hat der Jugendhilfeausschuss die flächendeckende Umsetzung des Sprachförderprogramms nach „Zvi Penner“ beschlossen.

Die Konzeption des Schweizer Wissenschaftlers Dr. Zvi Penner wurde speziell für die „vorschulische Förderung von Kindern nichtdeutscher Erstsprache“ entwickelt. Das Programm nach „Zvi Penner“ erfordert neben einer Fortbildung der Mitarbeiter auch Fördermaterial, das speziell für dieses Sprachtraining entwickelt wurde.

Die Projektgruppe „Sprachförderung und soziale Integration“ hat in dieser Maßnahme einen wesentlichen Schritt für die Entwicklung der Migrantenkinder gesehen und aus dem Budget für 2007 einmalig einen Betrag in Höhe von:

25.000,– €

zur Mitfinanzierung der Fördermaterialien zur Verfügung gestellt.

Unterrichtsmaterial

„Runder Tisch Berufliche Integration“

Schaubild: Runder Tisch „Berufliche Integration“

Aufgrund der Kooperationsvereinbarung vom 11. Mai 2007 treffen sich die Akteure des „Runden Tisches Berufliche Integration“ zweimal jährlich. Schwerpunktmäßig werden hier alle Fragen und Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Thema der Integration in den Arbeitsmarkt behandelt.

Er dient der Zusammenführung und dem Austausch von Informationen der einzelnen Fachthemen und dem Querschnittsthema der Integration, sodass ein Gesamtbild entsteht und integrierte Handlungskonzepte entwickelt und abgestimmt werden können. Der „Runde Tisch Berufliche Integration“ wird derzeit von der Sozialverwaltung koordiniert.

Für die verschiedenen Akteure untereinander bietet dieser Runde Tisch ebenfalls eine direkte Kommunikations- und Kontaktplattform.

Präventiver Rat

Prävention statt Repression

In enger und regelmäßiger Absprache werden zwischen der Kreispolizeibehörde Neuss und dem Jugend-, Sozial- und Bürger- und Ordnungsamt der Stadt Neuss bei Bedarf migrantenspezifische Problemfelder intensiv beraten und präventive Maßnahmen abgestimmt.

Federführend ist das Sozial- und Jugenddezernat der Stadt Neuss unter Leitung des Ersten Beigeordneten Peter Söhngen.