Handlungsfelder & Erfolgsfaktoren für Integrationspolitik in Neuss

Das Bundesministerium des Innern und die Bertelsmann Stiftung haben unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Ergebnisse im Rahmen des Wettbewerbs „Erfolgreiche Integration ist kein Zufall. Strategien kommunaler Integrationspolitik.“ Erfolgsfaktoren formuliert, die künftig das Fundament des Neusser Integrationskonzeptes sein sollen.

Die Handlungsempfehlungen und besonders die Übersicht der Erfolgsfaktoren ermöglichen einen schnellen Überblick über den Stand der Integrationspolitik in Neuss.

Welche Konzepte, Strategien und Maßnahmen entwickelt werden, hängt von den Neusser Gegebenheiten ab.

Die Erfolgsfaktoren sind der folgenden Übersicht zu entnehmen.

Erfolgsfaktoren für kommunale Integrationspolitik

  1. Ein Konzept gemeinschaftlich entwickeln – Mit allen für alle
    • Entwicklung eines umfassenden Zielkatalogs für Integrationspolitik unter Beteiligung aller relevanten Vertreter der Migranten/Innen, sowie der Aufnahmegesellschaft
  2. Integration als Querschnittsaufgabe verankern
    • Integration wird als gesamtstädtische und ressortübergreifende Aufgabe verankert
    • Die Koordinierung wird durch eine Zentrale Stelle (Integrationsbüro) garantiert
  3. Integration muss Chefsache sein
    • Kommunalpolitik und Verwaltung gewährleisten eine klare politische Verbindlichkeit
    • Ziele sind eine fraktionsübergreifende Zusammenarbeit
  4. Akteure vernetzen
    • Alle relevanten Akteure werden in die Netzwerkarbeit eingebunden
    • Regelmäßigen Austausch & Aufbau von Vertrauen als notwendige Grundlage erkennen
  5. Für den Stadtteil planen und arbeiten
    • Stadtteile werden besonders berücksichtigt
    • Direkter Kontakt zu den Bürgern/Innen und angepasste Maßnahmen
  6. Ein breites Angebot schaffen
    • Möglichst in allen Handlungsfeldern integrationsorientierte Maßnahmen durchführen
    • Besonders in: Bildung und Sprache, Beschäftigung, Beteiligung und Dialog
  7. Kommune als Arbeitgeber: Zeichen setzen
    • Neben Erhöhung des Migrantenanteils in der Verwaltung gilt es auch, das übrige Personal interkulturell fortzubilden
  8. Dienstleistungen für alle öffnen
    • Zugangsbarrieren für Migranten/Innen abbauen
    • Ausländerämter müssen ihre Rolle als Integrationsbehörden ausbauen
  9. Erfolge messen
    • Die Wirkung der eingeschlagenen Strategien und Maßnahmen werden einer permanenten Untersuchung auf Erfolg und Misserfolg unterzogen

Integration als „Querschnittsaufgabe“ verankern und ein „Integrationsbüro“ einrichten!

Organigamm: Integration als „Querschnittsaufgabe“

Die Aufgabe der Integration von Zuwanderern/Innen stellt sich in vielen Bereichen (Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern etc.). Integration ist daher als gesamtstädtische und ressortübergreifende Querschnittsaufgabe zu behandeln.

Die Verantwortlichkeit für Planung und Durchführung liegt bei den Fachdienststellen, während die Koordinierung zentral verankert wird. Dies soll in der Verwaltung der Stadt Neuss ein/e kompetente/r und hauptamtlich tätige/r Mitarbeiter/In verantwortlich übernehmen.

Wichtig ist eine klare Zuständigkeit, die für alle Beteiligten erkennbar ist und die Ressourcen bündelt. Nur durch diese Strukturierung ist garantiert, dass sich Integration zu einem Faktor entwickelt, der bei allen Planungen grundsätzlich berücksichtigt wird. Derzeit ist das Sozialamt für die Umsetzung des Integrationskonzeptes zuständig.

Der Lösungsansatz der Sozialverwaltung ist hier die Einrichtung eines „zentralen Integrationsbüros als Koordinierungsstelle in der Stadt Neuss“. Der Auftrag für diese Planung wurde durch den Sozialausschuss und den Integrationsrat im November bzw. Dezember 2007 bereits erteilt. Diese neue Struktur sollte innerhalb der Verwaltung eingerichtet werden, da bereits entsprechendes „Know-how“ vorhanden ist und die zuvor skizzierten Prozesse und Strukturen betreut werden.

Ein denkbarer Aufgabenkatalog des Integrationsbüros könnte sein:

  • Projektmanagement zur Umsetzung eines Integrationskonzeptes, dazu gehören Maßnahmen-Controlling und Wirksamkeits-Evaluation
  • Informationstransfer und Beratungsstelle für alle migrationsspezifischen Prozesse und Projekte
  • Bedarfserstellung und Steuerung des Umsetzungsprozesses von Projekten und Angeboten unter Einbeziehung der relevanten Fachdienste und Träger
  • Koordination von Projekten und Maßnahmen in der Stadt Neuss
  • Koordination und Moderation aller relevanter Fachgespräche (Runde Tische)
  • Zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit, inklusive Repräsentation für die Stadt Neuss
  • Berichterstattung in Fachausschüssen, Integrationsrat und Rat
  • Jährlich wird ein Runder Tisch einberufen, um die Bedarfe festzustellen.
  • Die Verwaltung wird beauftragt, dem Integrationsrat in einem Zeitraum von zwei Jahren über die Fortschreibung des Konzeptes zu berichten.