Stadtwappen Neuss
Historisch

Windmühlenturm

Denkmal

Der Windmühlenturm ist als älteste städtische Mühle und einzige Windmühle in Neuss bereits für das Jahr 1477 dokumentiert. Er überstand den großen Stadtbrand von 1586 ebenso wie die Niederlegung von Teilen der Stadtmauer und die Planierungen für den Bau der Zitadelle im Jahr 1672. Der aus Basalt und Tuff auf einem Sockel aus Trachyt erbaute untere Teil des Windmühlenturms war unmittelbar in die Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert integriert.

Vom Mittelalter bis ins frühe 19. Jahrhundert diente der Turm zudem als städtisches Gefängnis. 1796 saß hier der Räuber Matthias Weber, genannt der „Fetzer“, ein, dem die spektakuläre Flucht aus dem Turm gelang. Zuvor war ihm und seinen Komplizen der Einbruch ins Rathaus und der Raub von Teilen des Stadtschatzes aus dem Archiv gelungen.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Mühlenbetrieb eingestellt. Der Turm diente in der Folge als Lagerraum, sein Gewölbe als städtischer Eiskeller. In ihm wurde das aus den umliegenden Gewässern gewonnene Natureis gelagert, das zu Kühlzwecken verkauft wurde.

Im Zusammenhang mit dem Bau der städtischen Wasserleitung 1881 wurde der Windmühlenturm in Backstein aufgestockt und zum Wasserturm umgebaut. Ein Hochbehälter, ein achteckiges, mit Schiefer bedecktes eisernes Wasserreservoir, gewährleistete den nötigen Wasserdruck in den Leitungen.

Quellen und Texte: Stadtarchiv Neuss